NN vom 21.01.2010

Muss Stadtrat Schmaus in den Knast?

Der rechte Stadtrat muss schon wieder vor den Richter treten

NÜRNBERG – Eine Prügelei vor einer Gaststätte – nicht gerade das Auftreten, das Nürnbergs Bürger mit einem Stadtrat verbinden. Doch Sebastian Schmaus, Stadtrat der NPD-Tarnliste Bürgerinitiative Ausländerstopp, geriet schon wieder ins Visier der Justiz.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat gegen den gelernten Werkzeugmacher sowie gegen zwei weitere Männer Anklage erhoben: In fünf Wochen muss sich das Trio wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten. Denn am 11. April sollen auf offener Straße die Fäuste geflogen sein, über den Hintergrund der Prügelei wurde bisher nichts bekannt.

Verfahren ist offen

Wird der mutmaßliche Schläger Schmaus in diesem neuen Verfahren verurteilt, steht auch sein Stadtratsmandat auf dem Spiel – denn ab einer Haftstrafe von einem Jahr verliert er dieses Mandat automatisch.

Wie das Verfahren ausgeht, ist offen – «und in alle Richtungen denkbar«, kommentiert Justiz-Sprecher Thomas Koch. Stadtrat Schmaus war bereits im Februar 2009 wegen einer Trunkenheitsfahrt zu einer Bewährungsstrafe von einem halben Jahr verurteilt worden. Erst vor wenigen Tagen stand er erneut vor Gericht, verhandelt wurde ein Verstoß gegen das Kunsturheberrecht. Schmaus hatte bei NPD-Demonstrationen politische Gegner fotografiert und ihre Bilder – ohne deren Erlaubnis – steckbriefartig im Internet veröffentlicht. In das Urteil dieses Verfahrens wurde das Ergebnis des Verkehrsdeliktes einbezogen, acht Monate Gesamtstrafe war das Ergebnis.

Schmaus steht noch unter Bewährung

Derzeit steht Schmaus unter offener Bewährung – als Bewährungsversager könnte er eine Haftstrafe kassieren. Die Richter der vergangenen Verhandlungen müssten jedoch einem Widerruf der Bewährung zustimmen.

Andererseits ist der 26-Jährige noch nicht einschlägig aufgefallen, weder hat er sich bisher eine Körperverletzung noch eine Sachbeschädigung zuschulden kommen lassen. Es wäre daher ebenso denkbar, dass eine weitere Strafe erneut zur Bewährung ausgesetzt wird.

lu





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